JW-Eugster: „Stillstand ist keine Option“

Fiskalrat bestätigt dringenden Reformbedarf – nachhaltige Strukturreformen und Zukunftsinvestitionen jetzt umsetzen

Verena Eugster
© Marek Knopp

Die Junge Wirtschaft (JW) reagiert auf den heute präsentierten Bericht des Fiskalrats zu den öffentlichen Finanzen 2024–2029 mit einer klaren Botschaft: Österreichs Politik muss die strukturellen Herausforderungen entschlossen angehen, um die nächste Generation vor finanziellen Lasten und verlorenen Chancen zu schützen.

„Der Fiskalratsbericht macht eines deutlich: Ohne tiefgreifende Reformen wächst der finanzielle Druck auf junge Menschen und künftige Generationen weiter. Jetzt ist politischer Mut gefragt – für eine generationengerechte, wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Finanz- und Wirtschaftspolitik“, betont Verena Eugster, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft.

Langfristige Finanzierung der sozialen Systeme sichern

Aus Sicht der Jungen Wirtschaft ist insbesondere die langfristige Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme zentral. Die demografische Entwicklung macht eine umfassende Reform des Pensionssystems unumgänglich. Steigt die Lebenserwartung, muss sich daher auch das gesetzliche Pensionsantrittsalter automatisch erhöhen, um das System nachhaltig abzusichern und insbesondere jüngeren Generationen Planungssicherheit für ihre Pensionen zu geben.

Gleichzeitig braucht es eine deutliche Stärkung der betrieblichen Vorsorge zur Sicherung des Pensionssystems – etwa durch eingeschränkte Entnahmemöglichkeiten des veranlagten Kapitals bis zum Pensionsantritt, eine geringere steuerliche Belastung, die Modernisierung der Veranlagungsbestimmungen der Vorsorgekassen (Wegfall der Bruttokapitalgarantie) sowie einen General-Pensionskassenvertrag. Ergänzend dazu muss auch die private Vorsorge wieder attraktiver gestaltet werden. Die Wiedereinführung der KESt-Behaltefrist wäre dabei ein entscheidender Schritt, um langfristiges Sparen zu fördern, den österreichischen Kapitalmarkt zu beleben und nachhaltige Investitionen zu ermöglichen.

Außerdem braucht es verbindliche Regeln für eine verantwortungsvolle Ausgabenpolitik. Öffentliche Ausgaben müssen sich stärker an der wirtschaftlichen Entwicklung orientieren, um den Schuldenpfad zu stabilisieren und Spielräume für Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Die Junge Wirtschaft fordert daher eine klare Priorisierung von Investitionen in Bildung, Digitalisierung, Innovation und Infrastruktur, anstatt kurzfristiger Einmalmaßnahmen.

„Österreich braucht eine Reformagenda, die Leistungsbereitschaft belohnt, Innovation fördert und gleichzeitig Verantwortung gegenüber kommenden Generationen übernimmt“, so Lukas Sprenger, Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft, abschließend.

Das könnte dich auch interessieren:

Im Vordergrund sind verschiedene Symbole wie eine startende Rakete, eine Zielscheibe, sich schüttelnde Hände, eine Lupe, die Umrisse von Personen. Dahinter ist eine Person, die mit dem rechten Zeigefinger die Rakete berührt
© Supatman | stock.adobe.com

Österreichs Start-up-Szene braucht jetzt Rückenwind

Junge Wirtschaft fordert klare Maßnahmen

Mehr lesen
Verena Eugster
© Marek Knopp

JW-Eugster: „Arbeit muss sich lohnen – in jedem Alter“

Junge Wirtschaft begrüßt Freibetrag fürs Arbeiten im Alter und fordert weitere Leistungsanreize

Mehr lesen
Gruppenbild
© BMWET | Alexander Haiden

Mit der Nachfolge-Taskforce machen wir den Weg frei für die Unternehmergeneration von morgen

BMWET und WKÖ starten gemeinsame Offensive für Betriebsnachfolge, zehn ausgewiesene Expertinnen und Experten nehmen Arbeit in neuer Nachfolge-Taskforce auf

Mehr lesen